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Espresso - Konzerteinführungen

Espresso, der [ˌɛsˈpʀɛso],  ist eine ursprünglich aus Mailand stammende Kaffeezubereitungsart, bei der heißes Wasser mit hohem Druck durch sehr fein gemahlenes Kaffeemehl aus gerösteten Kaffeebohnen gepresst wird. Dieses Verfahren ergibt einen sehr konzentrierten Kaffee, dessen Güte unter anderem die sog. Crema – eine dichte, haselnussbraune Schaumschicht – auszeichnet, die zu seinem Aroma beiträgt. Zu verschiedenen Konzertveranstaltungen bieten wir Ihnen ab dem Sommer 2021 künftig – gleich einem gutem Espresso – eine sehr konzentrierte Art der Konzerteinführung mit einer guten „Crema“ an Informationen an, so dass Sie das „Aroma“ des Konzertes noch intensiver erleben können. Das moselmusikfestival hat 2020 dank diverser Förderprogramme viel in (digitale) Infrastruktur investieren können. Bei den Espresso-Konzerteinführungen können Sie sich bei ausgewählten Veranstaltungen vor dem Konzert einen MP3-Player (inkl. Kopfhörer) im Eingangsbereich der Veranstaltung gegen hinterlegen eines Pfands abholen. 

Starten Sie dann ganz individuell Ihre informative Einstimmung und erfahren Sie Wissenswertes zu Komponisten, Künstlern, Werk oder Spielstätte – natürlich kombiniert mit einer kleinen Aufmerksamkeit als „Wachmacher“.
Espressoeinführung: 2 €
Ausgabe der MP3-Player mit Kopfhörern – ab 90 Minuten vor Veranstaltungsbeginn; Länge des Einführungsvortrages – maximal 30 Minuten; Abgabe nach dem Konzert beim Ausgang, bis 30 Minuten nach Veranstaltungsende möglich.

Freiluftkonzerte 

Sie mögen es ganz klassisch? Dann nehmen Sie Platz und genießen Sie zu beeindruckenden Stimmwundern wie Chanda Rule und Michelle David ein unvergesslich meisterliches Musikerlebnis unter freiem Himmel.

RollingTones

Sie möchten auch gerne einmal Freilufterfahrungen abseits der „klassischen“ Bühne sammeln? Mit dem fahrenden Musikzimmer „RollingTones“ bringt das Festival Ihnen auch diese Saison wieder den Charme der Live-Musik ganz mobil an verschiedenste Orte wie z. B. nach Schloss Föhren oder auch nach Winningen, Kürenz oder Klausen.

Kopfhören

Sie mögen es experimentell? Ein Live-Erlebnis ohne Live-Musik – geht das überhaupt? Abgestimmt auf die außergewöhnlichen Orte erklingt über Kopfhörer ein ausgeklügeltes Zusammenspiel aus Text und Musik, während Sie in individuellem Tempo die sensuelle Vielgestaltigkeit Ihrer Umgebung erkunden. Nehmen Sie Zeit und Raum neu wahr und lassen Sie Ihrer Vorstellungskraft freien Lauf. Was hören Sie, wenn Sie sehen? Was sehen Sie, wenn Sie hören? Das Kopfhören kann beginnen …

Weinklang

Sie mögen exzellente Weine genauso sehr wie die wohltuend inspirierende Kraft von Live-Musik? In ausgewählten Spitzen-Weingütern begegnen sich die Kunst des Weinmachens und die Kunst des Musizierens auf Augenhöhe und verschmelzen mit der sie umgebenden Landschaft zum Konzerterlebnis für alle Sinne.

Nachts in …

Ob UNESCO-Weltkulturerbe oder Museum, lassen Sie sich zu später Stunde an Orte entführen, die am Übergang vom Abend in die Nacht noch einmal ihre ganz eigene, faszinierende visuelle und akustische Magie entwickeln.

Jugendstil

Junge, aufstrebende Ausnahmetalente präsentieren eindrucksvoll und voller Virtuosität ihr musikalisches Können.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Mosel Musikfestivals,

„Die Zukunft ist so schön vakant“ – mit dieser Zeile des Hamburger Musikers Thees Uhlmann, haben wir den Festivalsommer 2021 überschrieben. Sie verströmt bei aller Verunsicherung, die uns gegenwärtig umgibt, doch auch Zuversicht, Aufbruch und nicht zuletzt die Aufforderung Neues zu probieren, wenn Althergebrachtes nicht mehr wirklich funktionieren will oder kann.Gerade unsere Branche wurde durch die Entwicklungen der zurückliegenden Monate in vielen Aspekten bis ins Mark getroffen. Wir alle – Künstlerinnen und Künstler, Publikum und Kulturunternehmen – waren und sind gezwungen, uns aus der Komfortzone hinaus zu bewegen, wenn wir noch Kultur erleben wollen.

Das ist alles andere als bequem und mitunter schmerzhaft. Denn selbst arrivierte Solistinnen, Solisten, Agenturen und Ensembles sind in ihrer Existenz bedroht. Wir mussten und müssen vieles hinterfragen und dabei erkennen, dass ein immer „höher, schneller, mehr und weiter“ nicht die Lösung ist – für unsere Gesellschaft ebenso wenig wie für die Kulturbranche.
Das Team des Mosel Musikfestival ist extrem dankbar, dass wir durch die große Solidarität unserer öffentlichen Träger, des Kultursommers Rheinland-Pfalz e.V. wie auch der vielen Sponsoren, unseres Fördervereins und zahlloser privater Spenden in der Lage waren und sind, auszuprobieren und damit auch in einer solchen „Zwischenzeit“ passende und innovative Kulturangebote zu entwickeln. Wenn man das Ziel verfolgt, die Zukunft dieses schönen Festivals langfristig zu sichern und es obendrein die Umstände erfordern, dass Zuschauerzahlen limitiert sein müssen und Veranstaltungen nur noch unter ganz bestimmten Voraussetzungen stattfinden können, ist Programmentwicklung nicht mehr nur noch in erster Linie eine künstlerische Frage, sondern es wird erst recht zu einer großen Teamarbeit. Es geht darum wirtschaftlich-unternehmerisch zu denken, organisatorisch die größtmögliche Sicherheit und zugleich ein stimmungsvolles Ganzes für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Aber auch die entsprechenden, Kanäle, Bilder und Narrative zu finden, damit bei Ihnen die Neugier auf völlig neue Spielorte und Foren oder experimentelle Formate geweckt wird, ist von eminenter Bedeutung. Und so hat uns diese Situation als Team auch dazu gezwungen, neue Wege zu beschreiten: weg von hierarchischen Entscheidungsprozessen und hin zur gemeinschaftlichen Entwicklung eines Programmes. Dieses Programm, das sie in Händen halten, ist ein Gemeinschaftsprodukt und ich bin äußerst dankbar tagtäglich mit so kreativen Menschen arbeiten zu dürfen.
Wir haben für Sie ein Programm drei Phasen erdacht. Im Dezember 2020 stellen wir Ihnen nun unser Basisprogramm vor, in dem all unsere Erfahrungen aus dem zurückliegenden Sommer und Ihre Rückmeldungen aus unserer Online-Umfrage eingeflossen sind. Dieses werden wir im Frühjahr und Frühsommer 2021 nochmals erweitern und anpassen, wenn es die Situation erlaubt.
Aber zwanzig vollkommen verschiedene Konzertveranstaltungen, mit erprobten Sicherheits- und Hygienekonzepten, laden zu Begegnungen mit Ausnahmemusikern wie Kit Armstrong oder den Tallis Scholars ein, haben Raum für Jazz und experimentelle digitale Formate ohne „live“-Musik, um in ganz besondere Orte oder Stimmungen zu einzutauchen. Wir bieten jungen Musikerinnen und Musikern ein Podium, haben völlig neue Spielstätten im Programm und auch auf die beliebten Weinklänge müssen Sie nicht verzichten. Mit besonderem Stolz präsentieren wir Ihnen mit „Hear.Eyes.Move – Dances with Ligeti“ zum Abschluss am 03. Oktober erstmals eine zeitgenössische Tanzproduktion, die in Kooperation mit dem Grand Théatre Luxembourg, dem Kunstfest Weimar entstanden ist. Niemals zuvor sind alle 18 Klavieretüden eines der wichtigsten Komponisten der Moderne, György Ligeti, vertanzt worden. Elisabeth Schilling und ihre Compagnie haben dieses einzigartige Projekt kreiert.
„Neues wird erst denkbar, wenn es sichtbar und hörbar wird, wenn es emotional berührt. Das ist die zentrale Arbeit von Künstlern und Denkerinnen […] Bühnen sind Orte, an denen Transformation fühlbar gemacht werden kann. Ohne sie sind Gesellschaften verarmt, egal wie viel Geld in ihnen herumschwappt. Sie verlieren die Fähigkeit, sich neu zu erfinden, sie verlieren die Sensibilität für die Frage, warum es sich zu leben lohnt.“ schreibt der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt diese Orte für Sie immer wieder neu zu schaffen, an denen Sie ich berühren, begeistern und bezaubern lassen und eben damit dieser Frage nachgehen können.
Der Refrain von Thees Uhlmanns Song, dem unser Festivalmotto entlehnt ist, beginnt übrigens mit den Worten, „Aber die Zukunft ist ungeschrieben“. Worauf warten wir? Fangen wir gemeinsam an sie zu schreiben…

Tobias Schargenberger

Tobias Scharfenberger
Geschäftsführender Intendant