Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde des moselmusikfestivals,

„die Zukunft ist so schön vakant“ – mit dieser Zeile des Hamburger Musikers Thees Uhlmann haben wir den Festivalsommer 2021 überschrieben. Sie verströmt bei aller Verunsicherung, die uns gegenwärtig umgibt, doch auch Zuversicht, Aufbruch und nicht zuletzt die Aufforderung Neues zu probieren, wenn Althergebrachtes nicht mehr wirklich funktionieren will oder kann. Gerade unsere Branche wurde durch die Entwicklungen der zurückliegenden Monate in vielen Aspekten bis ins Mark getroffen. Wir alle – Künstlerinnen und Künstler, Publikum und Kulturunternehmen – waren und sind gezwungen, uns aus der Komfortzone hinaus zu bewegen, wenn wir noch Kultur erleben wollen.

Das ist alles andere als bequem und mitunter schmerzhaft. Denn selbst arrivierte Solistinnen, Solisten, Agenturen und Ensembles sind in ihrer Existenz bedroht. Wir mussten und müssen vieles hinterfragen und dabei erkennen, dass ein immer „höher, schneller, mehr und weiter“ nicht die Lösung ist – für unsere Gesellschaft ebenso wenig wie für die Kulturbranche.
Das Team des moselmusikfestivals ist extrem dankbar, dass wir durch die große Solidarität unserer öffentlichen Träger, des Kultursommers Rheinland-Pfalz wie auch der vielen Sponsoren, unseres Fördervereins und zahllose private Spenden in der Lage waren und sind, Neues auszuprobieren und damit auch in einer solchen „Zwischenzeit“ passende, innovative, hochwertige Kulturangebote zu entwickeln. Wenn man das Ziel verfolgt, die Zukunft dieses schönen Festivals langfristig zu sichern, und es obendrein die Umstände erfordern, dass Zuschauerzahlen länger limitiert sein müssen und Veranstaltungen nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen stattfinden können, ist Programmentwicklung nicht mehr nur noch in erster Linie eine künstlerische Frage, sondern sie wird erst recht zu einer großen Teamarbeit. Es geht darum, wirtschaftlichunternehmerisch zu denken, organisatorisch die größtmögliche Sicherheit und zugleich ein stimmungsvolles Ganzes für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Aber auch die entsprechenden Kanäle, Bilder und Narrative zu finden, damit bei Ihnen die Neugier auf völlig neue Spielorte und Foren oder experimentelle Formate geweckt wird, ist von eminenter Bedeutung. Und so hat uns diese Situation als Team auch dazu gezwungen, neue Wege zu beschreiten: weg von hierarchischen Entscheidungsprozessen und hin zur gemeinschaftlichen Entwicklung eines Programmes. Dieses Programm, das Sie in Händen halten, ist ein Gemeinschaftsprodukt und ich bin äußerst dankbar, tagtäglich mit so kreativen Menschen arbeiten zu dürfen. Wir haben für Sie ein Programm in drei Phasen erdacht. Im Dezember 2020 stellen wir Ihnen nun unser Basisprogramm vor, in das all unsere Erfahrungen aus dem zurückliegenden Sommer und Ihre Rückmeldungen aus unserer Online-Umfrage eingef lossen sind.
Dieses werden wir im Frühjahr und Frühsommer 2021 nochmals erweitern und anpassen, wenn es die Situation erlaubt. Über zwanzig vollkommen verschiedene Konzertveranstaltungen, mit erprobten Sicherheits- und Hygienekonzepten, laden zu Begegnungen mit Ausnahmemusikern wie Kit Armstrong oder The Tallis Scholars ein, haben Raum für Jazz und experimentelle digitale Formate ohne Live-Musik, um in ganz besondere Orte oder Stimmungen einzutauchen.
Wir bieten jungen Musikerinnen und Musikern ein Podium, haben völlig neue Spielstätten im Programm und auch auf die beliebten Weinklänge müssen Sie nicht verzichten. Mit besonderem Stolz präsentieren wir Ihnen mit „Hear Eyes Move – Dances with Ligeti“ zum Abschluss am 3. Oktober 2021 erstmals eine zeitgenössische Tanzproduktion, die in Kooperation mit dem Grand Théatre Luxembourg und dem Kunstfest Weimar entstanden ist. Niemals zuvor sind alle 18 Klavieretüden eines der wichtigsten Komponisten der Moderne, György Ligeti, vertanzt worden. Elisabeth Schilling und ihre Tanzcompany haben dieses einzigartige Projekt kreiert.
„Neues wird erst denkbar, wenn es sichtbar und hörbar wird, wenn es emotional berührt. Das ist die zentrale Arbeit von Künstlern und Denkerinnen […] Bühnen sind Orte, an denen Transformation fühlbar gemacht werden kann. Ohne sie sind Gesellschaften verarmt, egal wie viel Geld in ihnen herumschwappt. Sie verlieren die Fähigkeit, sich neu zu erfinden, sie verlieren die Sensibilität für die Frage, warum es sich zu leben lohnt“, schreibt der Schriftsteller und Historiker Philipp Blom. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, diese Orte für Sie immer wieder neu zu schaffen, an denen Sie sich berühren, begeistern und bezaubern lassen und eben damit dieser Frage nachgehen können.
Der Refrain von Thees Uhlmanns Song, dem unser Festivalmotto entlehnt ist, beginnt übrigens mit den Worten „Aber die Zukunft ist ungeschrieben“. Worauf warten wir? Fangen wir gemeinsam an, sie zu schreiben …

Tobias Schargenberger

Tobias Scharfenberger
Geschäftsführender Intendant

grußwort der ministerpräsidentin

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde und Freundinnen der Musik,

mit großer Freude blicken wir dem Start des moselmusikfestival 2021 entgegen. Wir alle schätzen und genießen die verbindende Kraft, die von Kunst- und Kulturveranstaltungen ausgeht. Ein Konzert ist mehr, als bloßer Hörgenuss – es ist sozialer Austausch, kulturelle Begegnung, gemeinsames Erleben. Neben der verbindenden Kraft liegt noch eine andere Kraft in der Kunst – und zwar eine schöpferische Kraft. Kunst bedeutet ausprobieren, experimentieren, in neuen Formen und Formaten denken. Getreu dem Festivalmotto „Die Zukunft ist so schön vakant…“ leistet das moselmusikfestival mit seinem Programm für 2021 genau das: Es denkt neue Räume für die Darstellung und das Erleben von Musik.

Die Kunst- und Kulturszene ist in besonderem Maße von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Viele Veranstaltungen konnten nur eingeschränkt stattfinden oder mussten komplett abgesagt werden. Das trifft nicht nur die Kulturschaffenden, die mit ihren Auftritten ihre Kunst präsentieren und damit auch ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern auch das Publikum, das die Kunst schmerzlich vermisst. Wir sind zurecht stolz auf unsere einzigartige Kulturlandschaft in Rheinland-Pfalz. Deshalb ist es der Landesregierung ein wichtiges Anliegen, unsere vielseitige Kunst- und Kulturszene zu schützen. Neben dem Hilfsprogramm von Bund und Ländern zur Unterstützung von Kulturschaffenden und Soloselbstständigen haben wir in Rheinland-Pfalz das Sonderprogramm „Im Fokus. 6 Punkte für die Kultur“ auf den Weg gebracht, um unsere rheinland-pfälzischen Kulturschaffenden zu unterstützen. Ihnen sei gesagt: Wir lassen Sie nicht allein!
Für Ihren mutigen und leidenschaftlichen Einsatz danke ich den Veranstaltern und Veranstalterinnen des moselmusikfestival ganz herzlich. Gerade in diesen besonderen Zeiten sind Kunst und Kultur wichtige Säulen des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Das Veranstaltungsteam um Intendanten Tobias Scharfenberger hat auch hinter der Bühne viel kreative Schaffenskraft gezeigt. Gemeinsam mit den herausragenden Künstlern und Künstlerinnen setzen sie ein wichtiges Zeichen für die Zukunft des moselmusikfestivals. Ich wünsche Ihnen allen viel Erfolg für den Festivalsommer 2021 und den Besuchern und Besucherinnen viel Freude bei erstklassigen Klängen.

Maulu Dreyer

Malu Dreyer
Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz

festivalprogramm 2021

Warum ist das Programm nicht so umfangreich wie in den Vorjahren?
Nicht nur Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen, sondern auch die Zukunft dieses schönen Festivals. Deshalb planen wir künstlerisch hochwertig und doch wirtschaftlich verantwortungsvoll. Wir bieten Ihnen nur Konzerte an, die in der gegenwärtigen Situation auch realistisch umsetzbar sind und bei denen wir eine Absage aufgrund der Pandemie hoffentlich vermeiden können. Wir wollen flexibel auf die außergewöhnlichen Umstände reagieren können und im Frühjahr und Frühsommer, wenn es erlaubt ist, weitere Veranstaltungen, dann vielleicht auch mit mehr Zuschauern und an weiteren besonderen Orten, mit ins Programm aufnehmen.

Warum gehen wir davon aus, dass die nachfolgend angebotenen Konzerte stattfinden werden?
Wir haben im zurückliegenden Sommer vom ganz experimentellen Format ohne Live-Musik bis hin zum Freiluftkonzert mit 350 Zuschauern vieles ausprobieren dürfen. Für alle unsere Veranstaltungsorte und -formate haben wir Hygiene- und Sicherheitskonzepte, die mit den öffentlichen Stellen abgestimmt sind und genehmigt wurden. Alle Konzepte werden stetig weiterentwickelt und an die jeweils am Veranstaltungstag geltenden Verordnungen angepasst.

Welche Voraussetzungen gelten, wenn Sie jetzt Tickets kaufen?
Bei allen Tickets, die im Basis-Programm, das im Dezember 2020 vorgestellt wird, verkauft werden, gehen wir davon aus, dass auch im Sommer 2021 weiterhin limitierte Besucherzahlen gelten. Deshalb haben wir ein Ticketsystem, das Abstände zwischen den jeweiligen Buchungen einfügt und den Kauf von maximal vier zusammenhängenden Tickets pro Veranstaltung pro Buchung ermöglicht. Auch die Reihen im Bestuhlungsplan stehen auf Abstand. So gewährleisten wir, dass Sie sich sicher und wohl, aber eben doch in Gemeinschaft fühlen können, denn Konzertveranstaltungen sind soziale Treffpunkte und sollen es auch bleiben. Wir behalten uns vor, bei sich ändernden Verordnungen weitere Reihen mit angepasstem Platzangebot in den Verkauf zu geben. Die bis zu diesem Zeitpunkt erworbenen Tickets bleiben von diesen Änderungen unberührt. Da das Ticketangebot derzeit nur etwa 30 % der üblichen Platzkapazität umfasst, sind einige Konzerte schnell ausverkauft. Bei allen Veranstaltungen können Sie sich aber in eine Warteliste eintragen. Falls sich die Veranstaltungsauflagen ändern und wir Kapazitäten erhöhen dürfen, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.
Für jedes erworbene Ticket müssen Kontaktdaten beim Ticketkauf hinterlegt werden. Die Datenerhebung erfolgt ausschließlich zur Erfüllung der Vorgaben gemäß der geltenden Landesverordnung von Rheinland-Pfalz zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, und somit im Bedarfsfall zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten durch die zuständigen Gesundheitsbehörden. Die Datenerhebung sowie Datenverwahrung erfolgen gemäß den DSGVO-Anforderungen. Die Verwendung erfolgt zu keinen anderen Zwecken, insbesondere nicht zu Kommunikations- und/oder Werbezwecken. Die DSGVO-konforme Vernichtung der Daten erfolgt gemäß den landesrechtlichen Vorgaben einen Monat nach Veranstaltungstag.

Wann können Sie erfahren, ob es mehr Veranstaltungen gibt?
Wir bauen unser Programm in einem dreistufigen Phasenmodell auf. Jeweils Ende März 2021 und Ende Mai 2021 werden wir weitere Programmpunkte vorstellen, angepasst an die jeweils aktuellen Verordnungen bzw. soweit es der Verlauf der Pandemie zulässt.

Wo erfahren Sie von weiteren Veranstaltungen oder Programmänderungen/-anpassungen?
Alle Informationen zu aktuellen Erweiterungen oder Anpassungen im Programm erhalten auf dieser Webseite. Über news@moselmusikfestival.de bleiben Sie mit unserem Newsletter auf dem neusten Stand.

kurz und gut

Programm

Dreistufiges Phasenmodell mit Programmveröffentlichungen im Dezember 2020, März und Mai 2021. Inhalte angepasst an die jeweils geltenden Verordnungen und den Verlauf der Pandemie.

Konzertvoraussetzungen

Alle Konzerte und Veranstaltungen werden auch im Festivalsommer 2021 selbstverständlich wieder an die am Konzerttag geltenden Sicherheits- und Hygieneverordnungen angepasst sein. Sie können sich bei uns auch in der kommenden Saison sicher und gut aufgehoben fühlen.

Ticketkauf

Wir haben ein Ticketsystem, das Abstände zwischen den jeweiligen Buchungen gewährleistet und den Kauf von maximal vier Tickets pro Veranstaltung pro Buchung ermöglicht. Die Reihen im Bestuhlungsplan stehen auf Abstand. Das Ticketangebot umfasst derzeit nur etwa 30% der üblichen Platzkapazität, daher sind einige Konzerte schnell ausverkauft. Für alle Veranstaltungen können Sie sich in eine Warteliste eintragen.Falls sich die Veranstaltungsauflagen ändern und wir Kapazitäten erhöhen dürfen, setzen wir uns mit Ihnen in Verbindung.