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Programm

Samstag, 8. Juli 2017, 20.00 Uhr

Eröffnungskonzert - Schönberg: A Survivor from Warsaw - Beethoven: 9. Sinfonie

Ehemalige Abteikirche St. Maximin, Trier

Eintritt: 20 | 27 | 34 € inkl. VVK

Der Auftakt ist aufwühlend. Arnold Schönbergs Werk „Survivor from Warsaw“ (Überlebender aus Warschau) erschüttert die Seele und gilt als eines der wichtigsten musikalischen Auseinandersetzungen mit dem Holocaust. In dem etwa siebenminütigen Melodram beschreibt Schönberg in strenger Zwölftontechnik bereits zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto von 1943. Es war der ausdrückliche Wunsch von Opernsänger Franz Grundheber das dreisprachige Werk in das Programm des Eröffnungskonzertes aufzunehmen. Expressiv deklamiert Grundheber sowohl den Erzähler auf Englisch als auch die Kommandos des Feldwebels auf Deutsch und offenbart in jenen Worten und Sätzen einen Kosmos an Bühnenerfahrung und schauspielerischem Können. Über den Zählappell erhebt sich der Chor mit dem „Schma Jisrael“, dem jüdischen Glaubensbekenntnis. Auf Apokalypse folgt Hoffnung: Die neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven (Uraufführung 1824) beschwört Einigkeit, Freiheit und Humanität und ist weltweit eins der populärsten Werke der klassischen Musik.

Susanne Bernhard, Sopran
Marion Eckstein, Alt
Corby Welch, Tenor
Franz Grundheber, Sprecher und Bariton
Trierer Konzertchor
Friedrich-Spee-Chor (Einstudierung: Jan Wilke)
Le Madrigal de Luxembourg (Einstudierung: Alain Wirth)
Saarländisches Staatsorchester Saarbrücken
Musikalische Leitung: Jochen Schaaf

OHRENSESSEL (Programmeinführung 8.7. Trier St. Maximin-Schule, 18.30 Uhr vor dem Konzert; keine zusätzliche Eintrittskarte erforderlich)
Prof. Dr. Harald Schwaetzer (Cusanus Hochschule, Bernkastel-Kues) zu Schönberg A Survivor from Warsaw und Beethoven 9.
Man kann sich kaum zwei Werke denken, die gegensätzlicher in der Rezeption stehen: Beethovens 9. Symphonie als Ausdruck eines geeinten Europas mit seinen Werten, und Schönbergs „Ein Überlebender aus Warschau“ als Dokumentation der Greuel des 20. Jahrhunderts. Ist diese Einschätzung angemessen? Was hören wir, wenn wir Beethovens Symphonie hören? Was erleben wir, wenn Schönbergs Werk erklingt? Im Workshop wollen wir hörend wie kulturell ref lektierend beide Werke miteinander vergleichen.